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Wer wir sind

Kleine Geschichte des ADFC Saar

Die Gründung 

Von der Gründung des ADFC im Jahr 1979 bis zur Gründung einer saarländischen Gruppe brauchte es zehn Jahre. Erst nach der Verleihung der "Rostigen Speiche" an die Landeshauptstadt Saarbrücken kam es im Winter 1989/90 auch im Saarland dazu, dass sich ADFC-Mitglieder zu einer aktiven Gruppe zusammenschlossen. Die ersten Radtouren wurden veranstaltet und Gespräche mit der Stadtverwaltung in Saarbrücken geführt.

Im Februar 1991 wurde dann im Beisein von Umweltminister Jo Leinen und Bundesgeschäftsführer Horst Hahn-Klöckner der Landesverband Saarland des ADFC aus der Taufe gehoben.  Die erste Geschäftsstelle des Vereins befand sich in der Kaiserstraße in Saarbrücken, nach einem Jahr zog man nach Malstatt in  gemeinsam mit dem VCD benutzte Räumlichkeiten. Noch 1991 erschienen drei Hefte der vereinseigenen Zeitschrift "Aufsteigen!".  Eine der ersten Aktionen war das Anschreiben verschiedener französischer Bürgermeister von Gemeinden entlang der Saar, war doch der Leinpfad dort in teilweise katastrophalem Zustand.

Erste Hauptamtliche 

Mit Franz-Josef Collet konnte auf ABM-Basis der erste Hauptamtliche eingestellt werden. Er organisierte unter anderem 1993 die große Fahrrad-Demonstration mit Befahrung der Saarbrücker Stadtautobahn, an der sich circa 3000 Radfahrerinnen und Radfahrer beteiligten. Mit Bernd Zollhöfer konnte die ADFC-eigene Fahrrad-Werkstatt aufgebaut und zahlreiche Aktivitäten mit Kindern durchgeführt werden. Heike Ziegler-Braun führte eine sehr erfolgreiches Projekt zum Thema "Radtouren mit jungen Senioren" durch. Seit 2014 führt Sara Tsudome die Geschäfte des ADFC Saar.

Mehr Wege für mehr Radfahrer

Verkehrspolitische Aktivitäten waren von Beginn an eines der wichtigsten Arbeitsfelder des ADFC auch im Saarland. Diese Arbeit erfolgt auf den verschiedensten politischen Ebenen, in Kontakten mit Ministerien, Landesbehörden, Kreisen und natürlich und vor allem in Städten und Gemeinden. Der ADFC bringt sich dabei programmatisch ein. So war er Mitte der 1990er-Jahre an der Aufstellung von Radverkehrskonzepten für etwa 30 saarländische Kommunen beteiligt. Immer wieder ging und geht es aber auch um sehr konkrete Einzelmaßnahmen. In den 1990er-Jahre tobte ein Streit um die Anlage von Mehrzweckstreifen (heute: Schutzstreifen) auf Hauptverkehrsstraßen, was der ADFC befürwortete. Immer wieder mussten auch Rückschläge verkraftet werden, wenn Radwege wieder entfernt wurden, wie in Überherrn oder Völklingen. Das Projekt Fahrradmodellstadt Dillingen wurde 1999 sang- und klanglos aufgegeben. Nicht nur auf Grund solcher Erfahrungen bringt der ADFC den Protest und die Forderungen nach einem besseren Fahrrad-Klima immer wieder in Form von Demonstrationen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die Straße.

Allerdings ist das Verkehrsmittel Fahrrad sicherlich auch aufgrund der beharrlichen Arbeit des ADFC nicht mehr aus den verkehrspolitischen Diskussionen im Saarland wegzudenken.

Nach einem Gespräch des ADFC-Landesvorstandes mit Verkehrsministerin Anke Rehlinger brachte diese als Gastgeschenk zu ihrem Besuch auf einer Landesversammlung des ADFC Saar die - vom ADFC stammende - Idee mit, eine Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung des Alltagsradverkehrs zu gründen. Diese wurde dann auch ins Leben gerufen und hat seitdem zahlreiche sinnvolle Projekte auf den Weg gebracht, unter anderem das "Stadtradeln". An diesem beteiligen sich sei 2016 mehr als ein Drittel der saarländischen Städte und Gemeinden.

Kampagnen für das Radfahren

Früh erkannte der ADFC, dass eine Erhöhung des Radverkehrsanteils nicht nur durch Infrastruktuausbau zu erreichen ist. Hatte das Fahrrad doch in den 1990er-Jahren bei vielen Bürgern noch das Image eines Arme-Leute-Verkehrsmittels. Durch Kampagnen wie "Ein Land fährt Rad" (Anfang der 1990er-Jahre), "Mit dem Rad zur Arbeit" und "Stadtradeln" konnte das Image des Fahrrades enorm verbessert werden. Diese Kampagnen waren maßgeblich vom ADFC initiiert und getragen. Kaum eine relevante Stimme spricht sich heute (2018) noch gegen die Förderung des Radverkehrs aus. Das Fahrrad gilt als schick und modern. Seine Produktpalette hat sich auch im Saarland sehr verbreitert (E-Bikes, Falt- und Lastenräder).

Neue Wege braucht das Land 

Ende der 1990er Jahre kämpfte der ADFC intensiv um einen vernünftigen Ausbau der Wege entlang der Saar im Zuge des Saarausbaus. Dass heute auf der linken Saarseite ein durchgängiger Radweg genutzt werden kann, ist nicht zuletzt dem Engagement des ADFC zu verdanken. Mit Hilfe der Förderung durch die saarländische Totogesellschaft konnte ADFC-Landesvorstandssprecher Bernd Zollhöfer ab 1997 ein neues touristisches Wegenetz mit zugehöriger Ausschilderung auf den Weg bringen. Seit dessen Installation, die immer noch nicht ganz abgeschlossen ist, denn es fehlen noch Teilstücke des Primstal-Radweges, arbeitet der ADFC in der Lenkungsgruppe SaarRadland mit und konnte sich dort immer wieder konstruktiv einbringen.

Wichtige Kartenprojekte

Mit der Radtouren-Karte im Maßstab 1:150.000, Blatt 19, Saarland, Mosel, die erstmals Anfang der 1990-er Jahre erschien, sowie der Regionalkarte Saarland im Maßstab 1:75.000, die seit 2002 ebenfalls schon mehrere Neuauflagen erlebt hat, produziert der ADFC die besten Radtouren-Karten für die Region. Auch zwei kleine, schön gestaltete Faltblätter für eine Tour entlang von Saarkohlen- und Rhein-Marne-Kanal von Saarbrücken nach Straßburg fanden reißenden Absatz und mussten mehrfach nachgedruckt werden. Neuestes Projekt ist seit 2007 das Einstellen der hiesigen Radwege ins ADFC-Tourenportal. 

Radtouren-Programm - eine Erfolgsgeschichte

Geführte Radtouren standen von Beginn an auf dem Programm des ADFC. Von bescheidenen Anfängen im Jahr 1990 mit einer Hand voll Touren weitete sich das Tourenangebot beständig aus. Manche der Touren sind mittlerweile Klassiker und wurden mit dem Attribut "Tradionell" versehen, z.B. nach Straßburg, ins Blies- oder Achental. 1998 kamen auch Feierabendtouren unter der Woche hinzu.Diese erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass sie mittlerweile in "flotte" und "Gemütliche" unterschieden werden.

Eine immer größere Rolle spielen auch mehrtägige Touren, so wurde z.B. die Tour de Saar vom ADFC unterstützt. 2002 war der ADFC Saar Mitveranstalter des zweitägigen "Mittourens" auf der Original-Tour de France-Strecke im Saarland, an dem sich über 700 Radfahrerinnen und Radfahrer beteiligten. 2007 organisierte der ADFC zusammen mit Partnerverbänden aus Lothringen und Luxemburg die viertägige Kulturradtour "Velo Variation" im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg 2007. Einige Touren werden in bewährter Tradition zusammen mit Kooperationspartnern veranstaltet, so seit Anfang der 2000er-Jahre die jährliche Biosphären-Radtour oder seit 2016 eine thematische Tour mit dem Historischen Verein für die Saargegend. Und seit einigen Jahren rollen bei der Deutsch-Französchischen Freundschaftstour ADFC- und FFCT-Mitglieder gemeinsam durch die Grenzregion.

Außerdem wird der ADFC immer wieder gerne gerufen, um die Touren anderer Veranstalter zu begleiten, sei es die AOK, der Saarländische Rundfunk oder das Wirtschaftsministerium.

Fahrradbörsen

Seit Anfang der 2000er-Jahre veranstaltet der ADFC von April bis September jeweils am zweiten Samstag des Monats Börsen für gebrauchte Fahrräder, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Der erste Standort der Börse im Halbrund der alten Stadtmauer gleich neben dem Haus der Umwelt erwies sich bald als zu klein und so zog man auf den Tblisser Platz vor dem Staatstheater um.

Selbsthilfe-Werkstätten

Mitte der 1990er-Jahre wurde mit Unterstützung des WWF und mit Hilfe öffentlicher Förderung die erste Fahrrad-Werkstatt des ADFC in Saarbrücken-Malstatt eröffnet. Mittlerweile befindet sie sich im Haus der Umwelt am St. Johanner Markt und erfreut sich dort großer Beliebtheit. Betreut wird sie von einer Werkstatt-Gruppe. Seit 2016 betreibt der ADFC Saar außerdem während der Vorlesungszeit eine Selbsthilfe-Werkstatt auf dem Campus der Universität des Saarlandes. Und seit 2015 existiert in Saarbrücken sogar eine dritte Werkstatt, die sich dem Projekt "Fahrräder für Flüchtlinge" widmet. Dieses Projekt erhielt im Mai 2016 den "Deutschen Fahrradpreis" in der Kategorie "Service". In ihm sind etwa 50 Aktive engagiert.

Mitgliederentwicklung und regionale Gruppen

Als sich 1989 in Saarbrücken eine erste ADFC-Gruppe gründete, verzeichnete sie, damals noch zum Bezirk Rhein-Main gehörend, etwa 150 Mitglieder. 2001 konnte das 1000. Mitglied gewonnen werden. 2018 sind es über 1400.

Die erste lokale ADFC-Gruppe des Saarlandes gründete sich 1992 in Saarbrücken. Es folgten Ortsgruppen-Gründungen in Schwalbach und Merzig, in Saarlouis sowie in Homburg wurden Kreisgruppen ins Leben gerufen. In Saarlouis verfügt der ADFC sogar über eine eigene Geschäftsstelle, die über viele Jahre von Hermann Manfredini betreut wurde. 2009 gründete sich in St. Ingbert eine ADFC-Gruppe, 2015 eine Kreisgruppe in Neunkirchen. Im Frühjahr 2018 wurde die Homburger Gruppe erfolgreich neu gegründet.

Die Gruppen in Schwalbach und Merzig erloschen leider infolge zu geringer Aktiven-Zahl nach einigen Jahren wieder.

Geschäftsstelle

Nach der Gründung des Landesverbandes im Jahr 1991 bezog der Verein sein erstes Büro in der Saarbrücker Kaiserstraße. Nach einem Jahr mietete man dann gemeinsam mit dem VCD Saarland Räume in der Straße "Auf der Werth" in Malstatt, wo auch bald eine Selbsthilfe-Werkstatt hinzukam. Geschäftsstelle und Werkstatt siedelten schließlich 2001 in die Nähe des St. Johanner Marktes ins neue Haus der Umwelt.

 

Wird fortgesetzt.