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Ortsgruppe Saarbrücken

Mainzer Straße als Pop-up-Fahrradstraße

Eine überbreite Fahrbahn, daneben relativ schmale Geh- und Radwege: leider zeichnet nach Ansicht des ADFC genau das die Mainzer Straße aus. Gerade auch in Corona-Zeiten sind dem ADFC diese Verhältnisse viel zu eng angesichts der noch einmal gestiegenen Zahl an Radfahrern und eben wegen der Notwendigkeit, Abstand voneinander zu halten. Dazu komme, dass der Geh-Radweg offenbar dazu einlade, auf ihm verbotswidrig in der falschen Richtung zu fahren. So würden ihn bedauerlicherweise viele Radfahrer stadtauswärts statt des Radfahrstreifens auf der Fahrbahn benutzen. Also quasi als Geisterfahrer.

Der ADFC schlägt deshalb vor, die Geschwindigkeit auf der Mainzer Straße auf 30 Stundenkilometer zu beschränken und den gesamten Radverkehr zwischen Bleich- und Lessingstraße auf die Fahrbahn zu holen. Damit sich die Radfahrer sicher bewegen könnten, sollte die Mainzer Straße dort als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Diese Umwidmung würde die mitunter konfliktträchtigen Begegnungen auf dieser von vielen befahrenen Route sehr stark reduzieren. „Die Mainzer Straße ist eine der Hauptachsen des Radverkehrs in Saarbrücken und sie bedarf dringend der Verbesserung“, begründet ADFC-Sprecher Thomas Fläschner das Anliegen.

Auf einer fast sechs Meter breiten Fahrradstraße dürften die Radler dann in beide Richtungen und nebeneinander fahren. Autoverkehr würde weiterhin zugelassen, der Radverkehr hätte allerdings Vorrang und dürfe nicht behindert werden. Fläschner versucht, mögliche Bedenken zu entkräften und preist die Vorzüge einer Umgestaltung: „Der Autoverkehr hätte auf diesen paar hundert Metern minimale Nachteile und Verzögerungen zu erleiden, der Radverkehr maximale Gewinne und für die Fußgänger wäre der Bürgersteig viel entspannter zu nutzen. Gastronomen bekämen mehr Platz für Außenbestuhlung. Die Aufenthaltsqualität der Straße mit ihren vielen kleinen Geschäften, Kneipen und Restaurants würde enorm gesteigert.“

Dass in Corona-Zeiten sehr schnell auch im Verkehr neue Wege eingeschlagen werden können, haben für den ADFC die Städte Berlin und Bogota vorgemacht, wo ganze Fahrspuren unter dem Begriff „Pop-up-Radweg“ durch simple Ummarkierung ausschließlich dem Radverkehr zugeschlagen wurden. Mit einfachen Mitteln und wenig Geld könne, wenn der politische Wille vorhanden sei, schnell viel erreicht werden.