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Ortsgruppe Saarbrücken

Saarbrückens erste Velo Box eingeweiht

In der dichten innerstädtischen Bebauung haben viele Menschen Schwierigkeiten, ihr Fahrrad geschützt vor Diebstahl, Regen oder Vandalismus unterzubringen. Gerade schwere E-Bikes lassen sich nicht so leicht in den Keller oder in die Wohnung tragen. Für diese Probleme gibt es jetzt eine Lösung: Velo Boxen. Saarbrückens erste Velo Box, gebaut vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wurde am Freitag im Beisein von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz eingeweiht.

 

Die Idee, eine Fahrrad-Miet-Garage an der Ecke Großherzog-Friedrich-Straße/Arndt-Straße zu errichten, entstand im Juni 2017 durch Anwohner der Großherzog-Friedrich-Straße. Jetzt steht die Velo Box und bietet witterungsgeschützten und sicheren Platz für zehn Fahrräder und zwei Fahrradanhänger oder ein Lastenrad. „Uns hat es gestört, unsere Fahrräder jeden Tag durchs enge Treppenhaus in den Keller zu tragen, um es vor der Witterung, mutwilligen Beschädigungen oder gar Diebstahl zu schützen“, begründet Florian Noll, einer der Initiatoren, seine Motivation, sich für das Projekt einzusetzen.

Der ADFC begeisterte sich von Anfang an für die Idee der fest vermietbaren Velo Box. „Für uns ist die Velo Box ein Meilenstein im Radverkehr der Stadt Saarbrücken. Andere Städte sind uns da schon weit voraus. Daher war es für den ADFC Saar eine Selbstverständlichkeit, die Anwohner bei der Umsetzung des Vorhabens zu unterstützen“, so ADFC-Vorstand Thomas Fläschner. Mit der Aufstellung der Velo Box erhofft sich der ADFC, mehr Bürger zum Fahrradfahren zu bewegen. Bislang liegt der Anteil der Fahrradfahrer am Verkehr in Saarbrücken bei lediglich vier Prozent. Deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt. Unterstützt wird das Vorhaben deshalb durch die Landeshauptstadt Saarbrücken. Sie hat das Vorhaben zum Pilotprojekt erklärt und fördert es mit einem finanziellen Zuschuss. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, der die Förderung des Radverkehrs ein wichtiges Anliegen ist: „Durch das Pilotvorhaben konnten Erfahrungen in der Planungs- und Bauphase gesammelt werden. Zudem wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wie sich der Betrieb der Velo Box in der Praxis gestaltet. Wir haben deshalb der Anwohnerinitiative und dem ADFC sehr gerne mit Rat und Tat sowie Geld zur Seite gestanden.“

Interessenten können sich die Velo Box vor Ort anschauen und selbst entscheiden, ob das Modell auch für ihre Bedürfnisse geeignet ist. Gemeinsam mit der Stadt und dem ADFC sollen dann weitere Standorte gesucht werden. Vor allem für Anwohner mit Lasten- oder Elektrorädern könnte das Modell interessant sein. „Durch die modulare Bauweise kann die Velo Box flexibel gestaltet werden,“  erläutert Architekt Igor Torres von  baubar urbanlaboratorium, der das Vorhaben in den letzten zwei Jahren betreut hat. „Die Größe der Velo Box und damit die Anzahl der Stellplätze können individuell festgelegt werden. Das ermöglicht es, auf unterschiedliche Gruppengrößen einzugehen.“ Aber auch für Unternehmen oder Wohnungsbaugesellschaften kann die Velo Box ein interessanter Ansatz sein, um die Attraktivität des Arbeitsplatzes bzw. der Wohnung zu erhöhen. An der Planung beteiligt war auch Georg Lambert, der die Statik erstellt hat. Die Gestaltung von Logo und Grafik hat Ilka Fugmann übernommen.

An der Finanzierung des Pilotvorhabens beteiligten sich auch die Landeshauptstadt. Zudem hält jeder der Nutzer einen Gesellschafteranteil in Höhe von 250 Euro. Die jährlichen Mietkosten liegen bei 30 Euro pro Stellplatz. Damit ist das Modell deutlich günstiger als beispielsweise ein innerstädtischer Autostellplatz. Interessenten können sich über das Vorhaben beim ADFC Saar unter informieren. Auch Besichtigungstermine sind möglich.