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ADFC-Ortsgruppe Neunkirchen

Radfahrer empört Wegnahme des Radweges in der Talstraße

Die Homburger Stadtverwaltung hat vor kurzem in der Talstraße den Radfahrstreifen entlang des Enklerplatzes in einen Parkstreifen für Autos umgewandelt. Gleichzeitig wurde der parallel verlaufende Gehweg für den Radverkehr freigegeben. Beide Maßnahmen stoßen bei den Radfahrerinnen und Radfahrern auf Unverständnis und scharfe Kritik. Der ADFC Saar fordert die Stadtverwaltung auf, den viel genutzten Radweg sofort wieder in den alten Zustand zurückzuversetzen.

Für Ute Kirchhoff vom ADFC Homburg und Fahrradbeauftragte des Homburger Stadtrates kam die Aktion der Verwaltung wie aus heiterem Himmel: „Da sitzen wir regelmäßig mit den Radlerfreunden, dem Radelkollektiv und der Stadt zusammen und überlegen gemeinsam, wie wir die Situation für den Radverkehr voranbringen können und dann erfolgt unabgesprochen das genaue Gegenteil – einer der wichtigsten Radwege Homburgs wird dem Autoverkehr geopfert.“ Auch ADFC-Landessprecher Thomas Fläschner ist entsetzt: „Überall im Saarland geht es voran, wenn auch oft langsam, aber das hier ist ein richtig harter Rückschlag. Man fragt sich, ob an den Verantwortlichen alle verkehrspolitischen Diskussionen der letzten Zeit komplett vorbeigegangen sind. Die Radfahrer zusammen mit den Fußgängern auf einem Weg von zwei Meter Breite für beide Richtungen zusammenzudrängen, widerspräche allen verkehrsplanerischen Regelwerken und sei deshalb ein „absolutes Unding“. „Der Weg ist nicht nur für alle Radpendler, Schüler wie Erwachsene, aus Bruchhof und Sanddorf eine wichtige Strecke in die Innenstadt, dieser Radweg wird auch als Teil des überregionalen Saarland-Radweges und des Glan-Blies-Weges von Touristen genutzt.“ ergänzt Andreas Ragoschke-Schumm (ADFC und Bündnis pro Fahrrad).

„Tausendmal sinnvoller wäre es, den betroffenen Radweg zur Fahrbahn hin abzupollern. Homburg besäße dann den ersten geschützten Radfahrstreifen des Saarlandes“, so Fläschner. Mit solch einer Umgestaltung könne die Verwaltung Innovationskraft zeigen und nicht, wie leider jetzt, „totale Rückschrittlichkeit“. Das könnten dann auch Radtouristen wahrnehmen, ist doch der betroffenen Weg Teil des Glan-Blies- und des Saarland-Radweges.