ADFC-Ortsgruppe Merzig

Verbände fordern vom Landesbetrieb stärkere Berücksichtigung des Rad- und Fußverkehrs in Merzig

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Seit vielen Wochen gibt es in Merzig intensive Diskussionen über die Verkehrsmaßnahmen am ehemaligen Kauflandkreisel und um diesen herum. In einem gemeinsamen Schreiben an den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) haben der ADFC Saar, der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) nun die stark untergeordnete Position des Rad- und Fußverkehrs in der Planung und Umsetzung der umgestalteten Stadteinfahrt zwischen Hilbringen und dem Landratsamt in Merzig bemängelt.

Das Papier benennt eine wenig attraktive Führung der Radfahrenden und verschlechterte Überquerungsmöglichkeiten für Fuß- und Radverkehr als die wesentlichen Schwachpunkte der geänderten Verkehrsregelung. Mit Blick auf den im kommenden Frühjahr erstarkenden Radverkehr müsse zeitnah wieder eine attraktive Verbindung zwischen Stadt und Saarwiesen hergestellt werden.

Auch führe die gegenwärtige Regelung des Straßenüberganges an der Verbindung zur L 174 (Umgehung entlang der Saar) in der Verkehrspraxis zu Missverständnissen. Den Nutzern des Überweges sei der Vorrang zwar entzogen worden, doch sei dies einem Großteil der Kraftfahrer nicht bekannt oder diese verließen sich schlichtweg nicht auf die neue Regelung. Letztlich würde dem Fußgänger oder Radfahrer erfahrungsgemäß nach Blickkontakt dennoch meist der Vorzug gewährt, was jedoch mit Verzögerungen für alle Beteiligten verbunden sei.

Neben den Radfahrenden sehen die Verbände insbesondere die Fußgänger zwischen den Kreuzungen Kaufland und Landratsamt im Hintertreffen. Dort solle nun eine so genannte Querungshilfe ohne Vorrang, zudem im Kurvenbereich, den Entfall zweier Überwege kompensieren. Diese erachten die Verbände für unzureichend und erwarten, dass im Sinne der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle mit einer Geschwindigkeitsreduzierung und zusätzlichen Warnzeichen nachgesteuert wird.

Im Allgemeinen bedauern die Aktiven die dem Anschein nach geringe Motivation seitens des LfS, an der Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen mitzuwirken. Seinerseits kündigt der ADFC für das erste Halbjahr 2021 an, zu einem Runden Tisch unter Beteiligung der Fachreferate der Stadt, des Landkreises und des Landes sowie der Polizei und der Interessenverbände einladen zu wollen. Dabei sollen neben den jüngsten Veränderungen auch Perspektiven für den Radverkehr auf Landesstraßen im Stadtgebiet Merzig besprochen werden.

An der momentanen Gestaltung der genannten Streckenabschnitte lasse sich eine überzogene Vorrangstellung des motorisierten Verkehrs zulasten der übrigen Mobilitätsformen erkennen. Mit Blick auf zukünftige Baumaßnahmen betonen die Verbände die Forderung nach einer Verkehrsplanung, die zukunftsgerichtet ist und die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt.