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Verkehrspolitik

Freude, Frust und Fahrradklingel – der ADFC Saar blickt auf den Jahreswechsel 2015/16

Für den ADFC Saar gab es 2015 viele positive Entscheidungen und Aktionen für den Radverkehr im Saarland. „So viele wie seit langem nicht mehr“, resümiert ADFC-Landessprecher Thomas Fläschner, der allerdings nicht umhin kommt, in seiner Jahresbilanz auch einige Kritikpunkte aufzulisten.

So bestehen inzwischen rund 30 Fahrradinitiativen im ganzen Bundesland, die Flüchtlingen helfen, mobil zu sein. Der ADFC Saar selbst erhielt im Mai für sein Engagement für Flüchtlinge den Deutschen Fahrradpreis. Kräftig gewachsen ist auch die Zahl der Städte und Gemeinden, die an der Arbeitsgemeinschaft „Alltagsradverkehr“ beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr teilnehmen, um das Radfahren zu fördern. Besonders positiv bewertet der ADFC Saar den neuen Radweg bei Lebach, der von drei Kommunen gegen manch erbitterten Widerstand gebaut worden ist. Der Radweg ist inzwischen gut angenommen. Positives gibt es auch aus dem Saarpfalz-Kreis zu melden: St.Ingbert hat wieder einen Fahrradbeauftragten und am Bahnhof Blieskastel-Lautzkirchen wurden Fahrradboxen wieder instand gesetzt. Ein wichtiger Beitrag zu Verknüpfung der umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Auch für die Zukunftsplaner ist der Radverkehr ein wichtiger Begriff geworden. In den 2015 diskutierten Verkehrsentwicklungsplänen von Saarbrücken und Völklingen wird das Fahrrad endlich eine wichtige Rolle spielen und in der kürzlich präsentierten „Tourismuskonzeption Saarland 2025 – Wir schaffen Werte mit Wachstum und Qualität!“ ist die Weiterentwicklung des Fahrradtourismus fest verankert.

Doch wo Licht ist, ist leider auch Schatten. Auf einige dunkle Stellen weist der ADFC besonders hin: Nach wie vor ist in Saarbrücken die untere Johannisbrücke wegen Baumaßnahmen für den Radverkehr gesperrt und die Umgestaltung der Wilhelm-Heinrich-Brücke mit sicheren Radwegen liegt trotz guter Vorplanung auf Eis. In Saarlouis befindet sich der wichtige Radweg entlang der Wallerfanger Straße in einem katastrophalen Zustand, und in St.Ingbert erhielt in der Innenstadt die Saarbrücker Straße/Kaiserstraße teilweise einen neuen Belag, doch Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr wurden komplett außer Acht gelassen.

Der ADFC Saar betätigt deshalb kräftig die Fahrradklingel und hofft, dass vor allem folgende Vorsätze von allen Saarländern für 2016 gefasst werden: Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer verletzt werden, wird sinken; der sichere und bequeme Alltagsradverkehr ist für Kommunen und Land eine Selbstverständlichkeit; und das Saarland begeistert noch mehr Urlauber aber auch Einheimische, die Schönheit des Landes per Rad zu entdecken.