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Radtouren

Mit dem E-Bike auf dem Saarland-Radweg

Im Mai 2016 war eine kleine Radler-Gruppe aus der Generation 60+ mit ihren E-Bikes auf dem Saarland-Radweg unterwegs. Die vielfältigen Eindrücke schildert dieser Tourenbericht.

Gruppe: Tourenleiter (TL) Friedrich Schneider und fünf weitere Teilnehmer (= ideale Gruppengröße), einer davon ohne Elektro-Motor, aber mit gut trainierten Beinen!

1. Tag: Saarbrücken - Homburg 71,4 km

Start um 10 Uhr an der ADFC-Geschäftsstelle in Saarbrücken. Zunächst entlang der Saar, Richtung Sarreguemines. In Großbliederstroff kauften wir Baguette für das spätere Picknick ein; der TL hatte dazu für uns noch einen Ring Lyoner im Gepäck! Ab Sarreguemines ging es an der Blies weiter, wir machten einen Stopp am Zollmuseum Habkirchen, durchradelten den Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. In Herbitzheim ließen wir uns im Garten des Cafes Saisonal bei Sonnenschein Kaffee und Kuchen schmecken. In Blieskastel schauten wir uns die Altstadt des barocken Städtchens an. Dann ging es weiter nach Homburg, wo wir in der Jugendherberge übernachteten.

2. Tag: Homburg - Bosen 69,5 km

Vor dem Start überprüfte der TL den Luftdruck unserer Räder, jeder hatte davon zu wenig! Das Soll ist hinten 4,5 - 5 bar und vorne 4 - 4,5 bar! In Jägersburg an der Gustavsburg machten wir unseren ersten Stopp, bevor ein kräftiger Anstieg zum Höcherbergturm (518 m) unseren Einsatz herausforderte. Oben angekommen, war leider die Gaststätte geschlossen und damit war uns auch die Besteigung des Turmes verwehrt. Weiter ging es durch das wunderschöne Ostertal, zunächst bis Niederkirchen, wo wir die Margarethenkirche besuchten, eine der besterhaltenen gotischen Dorfkirchen im Saarland. Um die Kirche herum ist ein "Biblisch-christlicher Garten" angelegt, in dem wir den Pfarrer, Stefan Werner, zufällig bei der Arbeit antrafen. Nach einem netten Gespräch ging es dann weiter nach Oberkirchen und dort über die 39 m hohe Talbrücke mit herrlicher Aussicht zum Gipfel des Weiselberges. Nach dessen Umrundung erreichten wir Freisen, Nohfelden und schließlich den Bostalsee. Schon ziemlich müde, mussten wir dann noch südlich des Sees in Neunkirchen/Nahe, abseits des Radweges, das Landhaus Mörsdorf, unsere Übernachtungsstation, suchen. Obwohl es schon spät geworden war, wurden wir bestens bewirtet.

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3. Tag : Bosen - Losheim 68,5 km

O weeeh! Es regnete, und das nicht wenig! Wir blieben noch eine Weile an der Bar des Hotels, aber es wurde nicht besser. Also zogen wir die Regenkleider an und starteten zunächst abseits der Route nach Selbach zur Nahequelle. Nach einem Fotostopp und einem kurzen Unterstellen in der Grillhütte radelten wir weiter Richtung NW über den Petersberg (580 m), vorbei an Schwarzenbach bis zur Talsperre Nonnweiler. Dort hätten wir uns gerne aufgewärmt, aber der Kiosk am See öffnete für uns die Türen nicht. Auch ein zweiter Versuch, in einer Gaststätte wenigstens eine Suppe zu bekommen, scheiterte. Hinter Nonnweiler fanden wir auf einem Sportgelände ein paar Stühle, wo wir unsere Vorräte auspackten, unsere Regensachen ausziehen und uns von der kurzzeitig scheinenden Sonne aufwärmen lassen konnten. Später erwischte uns noch einmal ein kräftiger Schauer. Mit erhöhtem Tempo (damit es uns nicht wieder so kalt wurde oder damit der Regen vielleicht schneller aufhörte), fuhren wir durch das schöne Primstal, stoppten am Schloss Dagstuhl, schauten uns Kapelle und Garten an und erreichten schließlich Wadern, wo wir am Marktplatz endlich zu Kaffee und Kuchen einkehren konnten. Durch Weiskirchen fuhren wir bei freundlicherem Wetter und weiter rollten wir Richtung Süden, unserem Tagesziel entgegen. Kurz davor hielten wir noch am Schloss Münchweiler, wo wir uns wegen der späten Stunde nur noch im Hof umschauen konnten. Zwei Stunden später als angekündigt, kamen wir in der Dellborner Mühle an, wurden freundlich empfangen und bekamen die beste Forelle Müllerin aller Zeiten!

4. Tag: Losheim - Eft-Hellendorf 73,4 km

Hurra! Am nächsten Morgen schien die Sonne und die Vorhersage war bestens! In Losheim machten wir einen kurzen Abstecher an den Stausee, und bald darauf erreichten wir Mettlach (160 m). Ein echter Geheimtipp ist dort die St. Joseph Kapelle, die mit kostbaren Mosaiken, Fliesen und Terrakotten ausgestattet ist. Im Park des V&B-Firmengeländes besuchten wir den "Alten Turm", das älteste Sakralbauwerk im Saarland und bewunderten das für die EXPO 2000 in Hannover hergestellte Kunstwerk "Living Planet" und den efeu-bewachsenen Erdgeist. Auf der anderen Saarseite umradelten wir das Schloss Saareck und weiter ging's zur Lutwinuskapelle. Auf dem Weg dorthin begegneten uns Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine, die auch mit dem Rad unterwegs waren. Nach einer gemütlichen Strecke an der Saar entlang, ging es heftig bergauf nach Traben-Rodt (420 m) und weiter über die Höhen mit weitem Blick und schließlich durch Nennig hinunter an die Mosel. Wieder folgte ein gemütlicher Teil entlang des Flusses bis Perl. Aber was wir vorher so rasant talabwärts fahren konnten, mussten wir jetzt wieder mühsam erklimmen, um auf die Höhe zwischen Mosel und Saar zu kommen. Jetzt war aber der Struppshof (410 m), unsere Unterkunft für die nächste Übernachtung, nicht mehr weit!

5. Tag: Eft-Hellendorf - Berus 48 km

Heute erwartete uns eine überraschend kurze Strecke! Es war ja auch Feiertag! Ganz in der Nähe, in Eft, wollten wir uns doch die Quelle der Lenk nicht entgehen lassen! Also radelten wir als erstes dorthin und dann weiter auf den Höhen des Saargaus, entlang des Skulpturenweges "Steine an der Grenze", bis nach Silwingen. In einem Privatgarten wartet dort eine Überraschung auf die Radler: "Markus' Saarland-Radweg Oase", ein kleiner Selbstbedienungs-Biergarten mit pfiffigen Ideen, gebaut und betrieben von einem netten und begabten Bewohner Silwingens. Nach der wohlverdienten Pause radelten wir ziemlich parallel zur französischen Grenze bis nach Hemmersdorf an der Nied. Dort verabschiedeten wir uns von zwei Teilnehmern, die heute schon zurück nach Saarbrücken mussten. Zu viert fuhren wir noch bis zur Wackenmühle, einer Gastwirtschaft an der Nied, wo wir uns eine ausgiebige Mittagsrast gönnten. Über Rammelfangen, Kerlingen und Ittersdorf rollten wir unserem heutigen Ziel, dem Hotel Margaretenhof in Berus (370 m), entgegen. Kurz davor stießen wir noch auf die Wallfahrtskapelle Sankt Oranna, in der u.a. ein Tryptichon zu sehen ist, das an das Unglück in der Grube Luisenthal 1962 erinnert.

6. Tag: Berus - Saarbrücken 59,2 km

Gleich nach der Abfahrt am Morgen hielten wir am Europa-Denkmal, ein Symbol der Versöhnung und Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Von der Aussichts-Plattform hat man einen weiten Blick ins Tal der Saar und nach Frankreich hinein. Weiter ging es durch Überherrn, und vor Lauterbach, am Warndtweiher, mitten im wunderschönen Wald, lud uns ein Ausflugslokal zu einer Rast ein. In Lauterbach überraschte uns die dortige Kirche St. Paulinus, auch "Warndtdom" genannt. Sie wirkt wie eine mächtige Trutzburg, im romanischen Stil erbaut. Aber leider war sie verschlossen. Vor Karlsbrunn kamen wir direkt an der französischen Grenze an eine Aussichts-Plattform über einem tief unter uns liegenden Gelände, in dem über Jahrzehnte Sand zur Verfüllung von Stollen und Schächten abgebaut wurde, und das jetzt zur Freizeitnutzung umgestaltet wird. Nach diesem Stopp rollten wir nahe der französischen Grenze weiter, machten nochmal eine Rast an einem Kiosk am Wildfreigehege zwischen Karlsbrunn und St. Nikolaus und kamen später kurz über die französische Grenze nach Petite Rosselle. Bald danach erreichten wir die Saar, an deren Ufer wir in die Stadt Saarbrücken an den Bahnhof radelten. Hier trennten sich unsere Wege wieder.

Fazit

Trotz E-Bikes eine anstrengende Strecke, aber unbedingt lohnens- und empfehlenswert! Wir haben sechs erlebnisreiche Tage voller unterschiedlicher Eindrücke, in wunderschöner Landschaft, bei gutem Wetter und im schönsten Monat des Jahres gemeinsam erleben dürfen. Wir hatten einen Tourenleiter, bei dem wir uns gut aufgehoben fühlten, hatten eine gute Gruppenatmosphäre und sind alle wieder wohlbehalten zurückgekommen. Man kann sagen: Es waren glückliche Tage!