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Radtouren

3 Tage intensiv gelebte deutsch-französische Radlerfreundschaft

Die Zusammenarbeit mit den französischen Nachbarclubs ist eines der Ziele des ADFC Saar. Und wie lässt sich das besser umsetzen, als bei einer gemeinsamen dreitägigen Tour. Hans Holderbaum hat Nägel mit Köpfen gemacht und nach Abstimmung mit Jean Pierre Metzinger, dem Chef des Radclubs Codep57 in Merten/Lothringen, eine Fahrt nach Konken/Pfalz geleitet. Dabei konnte sich das saarländisch-lothringische Team während der gemeinsamen Raderlebnisse auch in vergnügter Atmosphäre über die unterschiedlichen Radlerphilosophien in beiden Ländern austauschen. Besonderes Schmankerl war die die zweimalige Übernachtung in einem Landgasthof im Heu. Die grenzüberschreitenden Bande wurden verstärkt, und Coep57 wird 2016 eine Tour für die Radler des ADFC Saar organisieren.

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Los ging es bei strahlendem Sonnenschein am 5. Juni in Völklingen Rosselmündung. Zum Einstieg erst mal flach durchs grüne Köllertal und dann stetig steigend hoch nach Mangelshausen, wo bei schöner Weitsicht eine wohltuende Rast eingelegt wurde. Über Illingen erreichten wir in der großen Hitze ordentlich schwitzend schließlich das extra für uns reservierte Restaurant Canino des Hundesportvereins Urexweiler, wo in angenehmen Schatten in aller Ruhe ausführlich zu Mittag gegessen wurde. Danach  fuhren wir weiter über Marpingen-Rheinstrasse, Oberlinxweiler und Dörrenbach ins malerische Ostertal. In Niederkirchen, vor dem langen Aufstieg nach Selchenbach und Langenbach, erwartete uns das Begleitfahrzeug des Codep57, und der herrliche selbst gebackene Kuchen von Marie Claudine war ein heiß begehrtes Dopingmittel. So gestärkt radelten wir kurz nach 18 Uhr wohlig erschöpft und glücklich im Heuhotel ein. Noch ungeduscht stießen wir gleich mit ein paar gemeinsamen Bierchen auf die erste Etappe an. Nach dem Abenteuer des Herrichtens der Nachtlager aus Heu - jeder hatte eine extra Box, mit der Heugabel konnte man sich sein individuelles Bett bauen - ließen wir dann beim umfangreichen Abendessen den Tag Revue passieren. 

Dabei erörterten wir auch über die im Laufe des Tages bemerkten unterschiedlichen Vorstellungen und Praktiken von Radtouren in Frankreich und in Deutschland aus. Eine hervorragende Übung, um die jeweils eigenen kulturellen Gewohnheiten einmal aus anderer Perspektive zu sehen. Während es für die ADFC Radler ganz selbstverständlich ist, autark mit Gepäcktaschen und geländegängigen Rädern zu reisen, ist es für die Franzosen außer Frage, ohne Gepäck auf schmalen Reifen, unterstützt durch ein Begleitfahrzeug, unterwegs zu sein. Ebenso war es für uns interessant, wie sehr sich die Franzosen auf die gefahrenen Kilometer und die Zeit konzentrieren. Für sie wiederum war es erstaunlich, wie oft wir stoppten um die Landschaft zu genießen und zu fotografieren. Diesen kulturellen Austausch in lockerer Atmosphäre fanden alle sehr nützlich für das gegenseitige Verständnis und die Planung weiterer gemeinsamer Touren. 

Beim opulenten Frühstück am nächsten Tag wurden die nächtlichen Erfahrungen mit den Heubetten erörtert und gegenseitig Tipps zur Verbesserung der „orthopädischen Situation“ für die zweite Nacht gegeben. Dann rauf aufs Radel. Ein erster steiler Anstieg durch den kühlen Wald mit rasanter Abfahrt brachte uns auf die ehemalige Bahntrasse des Fritz-Wunderlich Radwegs, dem wir durch beleuchtete Tunnels und über das bemerkenswerte Oberkircher Viadukt bis Freisen folgten. In Nohfelden erreichten wir den Nahe-Radweg, der mit seinen heftigen Steigungen so gar nicht den Vorstellungen eines gemütlichen Flussradwegs entsprach. Beim Mittagessen kam dann das Begleitfahrzeug unserer französischen Kollegen wieder voll und erfolgreich zum Einsatz. Eine Vorhut hatte ordentlich eingekauft und einen schattigen Rastplatz auf dem Gelände des Umweltcampus Birkenfeld ausgekundet. Bei Wurst, Schinken, Käse, Bier und mitgebrachtem französischem Wein stärkten wir uns in froher Runde, ohne zu ahnen, welch landschaftlichen Reize verbunden mit langen Steigungen und heftigen Abfahrten auf teils schotterigen Waldwegen uns noch erwarteten... Über Mettweiler fuhren wir steil steigend aus dem Nahetal heraus, genossen die Fernsicht, fuhren zum tiefliegenden Ort Thallichtenberg ab, um von dort gleich wieder die Burg Lichtenberg zu erklimmen. Eine längere Pause mit Besichtigung half, unsere Batterien wieder aufzuladen. Danach waren die noch kommenden Hügel zurück zum Heuhotel eigentlich gar nicht mehr so schlimm. 

Am nächsten Tag, zum Ausklang, war die Strecke doch etwas gemütlicher. Über Herschweiler-Pettersheim radelten wir am Ohmbachsee entlang über Waldmohr und Homburg zum Mittagessen an die Fischerhütte Beeden. Nach Besichtigung des dortigen Biotops erreichte die Gruppe am Spätnachmittag Saarbrücken, von wo aus unsere Freunde aus Frankreich noch rund 40 km bis zurück nach ihrem Heimatort Merten radelten.

Die Tour hat viele persönliche, grenzüberschreitende Kontakte ermöglicht, das gegenseitige Verstehen vertieft und den gemeinsamen Willen gestärkt, das Konzept der gemeinsamen Radtouren fortzuführen. Und so wird unser Partnerclub in Merten die „Eurobike 2016“ organisieren, bei der eine Fahrt ins Salzgebiet/Saulnois bei Château-Salins avisiert ist.