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Konzept zur Verbesserung der Belange des Radverkehrs an der L 250 St. Ingbert – Saarbrücken-Dudweiler

Die Landstraße L250 zwischen St. Ingbert und Saarbrücken-Dudweiler wird seit geraumer Zeit grundlegend saniert. Eigentlich eine schöne Chance, dort auch etwas Gutes für den Radverkehr zu tun. Was bisher zu sehen ist, kommt dem leider nicht sehr nahe. Der ADFC Saar und der VCD Saarland haben deshalb nicht nur gemeinsam eine kritische Bestandsaufnahme des inzwischen Umgesetzten vollzogen, sondern auch Vorschläge erarbeitet, wie ihrer Ansicht nach die Landstraße fahrradfreundlich gestaltet werden sollte. Diese Vorschläge wurden dem Verkehrsministerium unterbreitet.

Warum steht die Leitplanke nicht zwischen Fahrbahn und Geh-Radweg?

1. St. Ingbert: Kreisverkehr Alleestraße/Im Oberen Werk – Straße In den Schankgärten

Der Abschnitt bietet aus Platzgründen kaum Möglichkeiten zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur. Wir bitten um wohlwollende Prüfung der Aufbringung von wiederholenden Radpiktogrammen am rechten Fahrbahnrand auf dem bergauf führenden Fahrstreifen (Richtung SB-Dudweiler) zur Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs.

Im Einmündungsbereich L 250/In den Schankgärten selbst sollte die Markierung der weit in die Seitenstraße In den Schankgärten abgesetzten Radwegfurt entfernt und ein Radfahrstreifen parallel der Fahrbahn der L 250 bergauf nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) ausgeführt werden.

2. St. Ingbert: In den Schankgärten – Zufahrt Einkaufsmärkte Aldi etc./Fa. Peter Gross

Für den Abschnitt im weiteren Verlauf ist offensichtlich vorgesehen, die Markierung wieder wie vor der Erneuerung der Fahrbahn aufzubringen. Hier wäre zu prüfen, inwiefern zumindest für die Fahrtrichtung bergauf die Markierung eines Schutzstreifens umsetzbar ist. Sofern Platzgründe dies verhindern, wäre zu prüfen, ob ein gemeinsamer Geh- und Radweg oder als letzte Option ein für den Radverkehr freigegebener Gehweg ausgeschildert werden kann. Für diese beiden Optionen wären geeignete Überfahrten durch Bordsteinabsenkungen herzustellen.

3. St. Ingbert: Zufahrt Einkaufsmärkte Aldi etc./Fa. Peter Gross – Schlackenbergstraße

In diesem Bereich waren vor den Bauarbeiten mehrere Linksabbiegestreifen markiert. Hier wäre deren Notwendigkeit kritisch zu hinterfragen. Der breite Straßenquerschnitt sollte zumindest bergauf eine Führungsform für den Radverkehr ermöglichen (Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder zur Not eine Führung auf Bordsteinniveau).

4. St. Ingbert: Schlackenbergstraße – Ortsende St. Ingbert

Hier war ein sog. Mehrzweckstreifen markiert. Auf diesem ist sowohl Radverkehr als auch Parken zulässig. Somit bietet dieser Streifen nur eine eingeschränkte Sicherheit für den Radverkehr, sobald der Radverkehr wegen parkender Fahrzeuge den Streifen nach links zum fließenden Verkehr verlassen muss, ist er als unsichere Führungsform zu bewerten. Auf Grund des breiten Fahrbahnquerschnitts sollten hier Radfahrstreifen für beide Fahrtrichtungen markiert werden. Sofern die Platzverhältnisse ausreichen, könnten daneben liegende Parkstände in Teilbereichen markiert werden. Ein Sicherheitsabstand zum Radfahrstreifen wäre einzuhalten.

Der schräg laufende Bordstein zwischen heutigem Mehrzweckstreifen und gemeinsamem Geh- und Radweg stellt eine Unfallgefahr dar und ist zu entfernen.

5. Ortsende St. Ingbert – Einmündung St. Ingberter Straße (Sulzbach)

Die Aufteilung des Straßenraums widerspricht hier – und für uns nicht nachvollziehbar – den gängigen Richtlinien der Straßenplanung:

  • Die Leitplanken wurden völlig unüblich hinter(!) dem Radweg vor den Bäumen aufgestellt. Diese Ausführung entspricht nicht den Hinweisen zum Radverkehr außerhalb städtischer Gebiete H RaS und stellt eine nicht zu akzeptierende Gefahr für den Fuß- und Radverkehr dar. Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie der LfS hier seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt, wenn er einerseits den Straßenabschnitt als gefährlich für den motorisierten Individualverkehr definiert und deshalb Leitplanken baut, den Fuß- und Radverkehr aber nicht vor diesem schützt. Wir fordern, die Leitplanke regelkonform zwischen Fahrbahn und gemeinsamen Geh- und Radweg umzubauen.
  • Zum Schutz des Fuß- und Radverkehrs ist zwischen Fahrbahn und deren Weg ein mind. 1,75 m breiter Trennstreifen anzulegen. Auch diese Vorgabe aus der ERA wurde nicht berücksichtigt. Uns ist bewusst, dass dieser Trennsteifen vor den Bauarbeiten ebenfalls nicht vorhanden war. Trotzdem kann dies kein Grund sein, nach solch umfangreichen Arbeiten die unsichere Führungsform zu belassen. Mit dem oben beschriebenen Umbau der Leitplanken könnte der fehlende Trennsteifen etwas kompensiert werden. Der Weg einerseits ohne Leitplanke und andererseits ohne Trennsteifen ist als unsicher anzusehen und entspricht nicht den Richtlinien.
  • Der gemeinsame Geh- und Radweg wurde nicht als Zweirichtungsradweg ausgeführt, wie es die ERA vorsehen. Diese Vorgabe war zwar auch vor den Bauarbeiten nicht gegeben. Der Weg weist eine Breite von 3,30 m auf. Die Mindestbreite beträgt 2,00 m nach der Verwaltungsvorschrift zur StVO. Mit Leitplanke zwischen Weg und Fahrbahn an der vorschriftsmäßigen Stelle würde diese Mindestbreite nicht unterschritten. Der Weg sollte als gemeinsamer Geh- und Radweg für beide Richtungen ausgewiesen werden. Im Bereich Ortsanfang St. Ingbert ist zudem eine Querungshilfe zu bauen.
  • Im Einmündungsbereich L 250/St. Ingberter Straße sind geeignete Querungshilfen für Rad- und Fußverkehr zu bauen.

6. Einmündung St. Ingberter Straße (Sulzbach) – Ortanfang Saarbrücken-Dudweiler

Trotz grundhaftem Neuaufbau der Straße fanden Fuß- und Radverkehr keine Berücksichtigung. In naher Zukunft sollte ein gemeinsamer (einseitiger) Geh- und Radweg geplant und in naher Zukunft gebaut werden. Auf der Seite, wo ein Weg gebaut werden könnte, muss ein Leitplankenbau ausbleiben. Die Geschwindigkeit muss auf 50 km/h beschränkt bleiben. Wir bitten des Weiteren, zu prüfen, ob auf diesem Straßenabschnitt zur Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs Piktogramme abmarkiert werden können.