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Fahrradland Saarland. Jetzt!

Mehr Radverkehr bekäme dem Saarland gut. Welche Maßnahmen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen, welche Projekt sollten angegangen werden, auf welchen Feldern Aktivität entwickelt werden. Um die verkehrspolitische Diskussion voranzubringen, hat der ADFC Saar ein radverkehrspolitisches Programm geschrieben, das Antworten auf diese Fragen enthält.

Fahrradland Saarland Jetzt!

Radverkehrspolitisches Programm des ADFC Saar

Verabschiedet auf der Mitgliederversammlung des ADFC-Landesverbandes Saarland am 20. September 2018

1.     Radfahren …

… ist eine der besten Fortbewegungsarten. Es ist gesund, kostengünstig, umweltfreundlich, ressourcen- und klimaschonend, platzsparend. Im Stadtverkehr ist es eine schnelle und einfache Möglichkeit, um ans Ziel zu kommen

… verdient deshalb, intensiv gefördert zu werden, gerade im Saarland, wo noch sehr wenige Menschen das Fahrrad benutzen, sehr viele jedoch das Auto.

… ist gesund

Wer eine halbe Stunde mit dem Rad unterwegs ist, fördert nachweisbar seine Gesundheit. Menschen können so Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, sich entspannen, Muskeln auf-  und Fett sowie Cholesterin abbauen, schonen ihre Gelenke und stärken ihr Immunsystem. Und dies bis ins hohe Alter.

,,, ist umweltfreundlich und klimaschonend

Rad fahren ist Mobilität ohne schädigende Klimagase. Der Straßenverkehr war im Jahr 2010 mit 17,4 Prozent an den bundesweiten CO2-Emissionen beteiligt. Da gerade bei Strecken bis 5 KM die Vorteile des Rades überwiegen und die Hälfte der Autofahrten kürzer als 5 KM sind, liegen hier die größten Potentiale. Bei geschätzten 3,5 Millionen täglichen Wegen im Saarland liegt der Anteil der Wege unter 5 KM mit dem Auto bei circa 1.800.000 Wegen.

Darüber hinaus sind die CO2-Emissionen von Kraftfahrtzeugen im Kurzstreckenbetrieb besonders hoch, da der Motor im kalten Zustand überproportional viel Kraftstoff verbraucht. 

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass eine Berufspendlerin oder Berufspendler, die oder der werktags je 5 km mit dem Rad zur Arbeit hin und zurückfährt, anstatt das Auto zu benutzen, im Jahr rund 350 kg CO2-Emissionen einsparen kann. Der Radverkehr ist somit gemeinsam mit dem Fußverkehr die klimaschonendste Fortbewegungsart.

… ist Mobilität ohne gesundheitsschädigende Luftschadstoffe

Auch bei Luftschadstoffen wie Feinstaub  (PM10), Stickoxiden (NOx) etc. gilt der Straßenverkehr als einer der Hauptverursacher. Wenn Fahrverbote drohen, ist dies auch ein Versagen der Verkehrspolitik.  Eine Möglichkeit, die Luftschadstoffe zu verringern, ist neben der Verkehrsvermeidung und technischen Verbesserungen die Verkehrsverlagerung vom motorisierten Individualverkehr hin zum Rad- und Fußverkehr.

… spart Fläche

Einen weiteren umweltrelevanten Aspekt stellt der immer weiterwachsende Verkehrsflächenanteil in Deutschland dar, der zu einer zunehmenden Versiegelung der Böden führt, die dadurch ihre natürlichen Funktionen verlieren. Der größte Teil dieser Verkehrsflächen wird vom motorisierten Straßenverkehr beansprucht - im Durchschnitt das Zehnfache, was andere Verkehrsmittel, unter anderem das Rad, benötigen.

Neben den Problemen, die durch den fließenden Autoverkehr verursacht werden, stellt auch der ruhende Verkehr in vielen Fällen einen kritischen Punkt für die Umwelt dar. Um die haltenden und parkenden Autos unterbringen zu können, müssen in Städten mit ihren begrenzten Platzverhältnissen noch zusätzlich Parkmöglichkeiten in Form von Parkplätzen oder Parkhäusern geschaffen werden. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist in dieser Hinsicht um ein Vielfaches geringer, was dazu beiträgt die Umwelt zu schonen und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu steigern, vor allem in den größeren Städten. Auf jedem einzelnen Autoparkplatz kann man bis zu acht Fahrräder abstellen.

… ist geräuscharm

Ebenso beeinträchtigt der vom Verkehr erzeugte Lärm die Umwelt und die Menschen. Hohe Lärmpegel gefährden die Gesundheit z.B durch ein steigendes Herzinfarktrisiko oder Schlafstörungen. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad leistet daher einen deutlichen Beitrag, den durch den motorisierten Verkehr verursachten Lärm zu verringern und so Umwelt und Mensch zu entlasten.

… mit Lastenrädern ersetzt innerstädtischen Lieferverkehr

Paketzusteller, innerörtliche Lieferketten bis hin zum Pizzaboten bieten ein deutliches Einsparpotential beim Umstieg vom motorisierten Kleintransporter auf das Lastenrad. So könnte die Aufenthaltsqualität insbesondere in Fußgängerzonen deutlich verbessert und der Parkdruck durch Lieferfahrzeuge, die oft auf Radwegen abgestellt werden, verringert werden.

… ist kostengünstig

D    Kauf und Unterhalt eines Verkehrsmittels verursacht sowohl der Nutzerin oder dem Nutzer als auch der Allgemeinheit Kosten. Wer jedoch mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann sparen! Die Nutzungskosten eines Fahrrades liegen bei rund 10 Cent je zurückgelegtem Kilometer. Darin sind Anschaffung, Reparaturen, sowie ein Zuschlag für fahrradspezifische Ausstattung, wie z.B. Fahrradschloss, Regenhose und regendichte Tasche berücksichtigt. Beim Auto liegen die die Kosten bei 30 bis 60 Cent je gefahrenem Kilometer. Mit jedem per Rad zurückgelegten Kilometer spart man somit gegenüber der Nutzung eines Pkw.

So genannte externe Kosten des Verkehrs resultieren aus Umweltwirkungen, wie Luftverschmutzung, Lärm, Ausstoß von  Klimagasen und Eingriffen in Natur und Landschaft, die mit Kosten verbunden sind, welche aber nicht von den Verursachern, sondern der Allgemeinheit getragen werden. Radverkehr verursacht keine nennenswerten umweltrelevanten externen Kosten. Die Berücksichtigung weiterer externer Effekte erhöht den positiven volkswirtschaftlichen Nutzen, der durch Radverkehr entsteht, zusätzlich. Besonders Gesundheitsvorteile durch die körperliche Bewegung fallen ins Gewicht.

Neben dem persönlichen Geldbeutel und der Umwelt profitieren auch die Kommunen in erheblichem Maße von der günstigen Mobilitätsalternative. Anlage und Unterhalt von Radverkehrsinfrastruktur sind erheblich platzsparender und günstiger als vergleichbare Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr. Beispielsweise liegen die Baukosten für einen Pkw-Stellplatz zwischen 5.000 € (ebenerdig, ohne Dach) und  25.000 € (Tiefgaragenplatz). Radabstellmöglichkeiten bieten auf der Fläche eines Autoabstellplatzes sechs bis acht Fahrrädern Platz und kosten im Bau ca. 200 € (ebenerdig, ohne Dach). Ähnlich verhält es sich mit Erschließungsstraßen, deren Bau die Kommunen etwa ein Zehnfaches eines Radweges kostet. Dass diese Einsparpotentiale nicht nur theoretischer Natur sind, zeigen die Städte mit hohen Radverkehrsanteilen. Dort konnte in den letzten Jahren problemlos auf massiven Straßenneubau verzichtet werden. Gerade in Zeiten knapper Haushaltskassen wird es immer nötiger, die hohen Ausgaben für kommunalen Straßenbau zu überdenken.
 

... ist angesagt

Das Fahrrad ist nicht nur ein Transportmittel. Das Fahrrad ist modisch, es passt sich in den modernen Lebensstil ein. Außerdem hat es einen Vorteil: Es ist ein unkompliziertes Verkehrsmittel.

Zurzeit entwickelt sich ein neuer Trend, aus dem Fahrrad mehr zu machen als ein schnödes Transportmittel. Fahrradfahren ist schick. Schnappschüsse dokumentieren die Integration des Fahrrades in den Lebensstil breiter Bevölkerungsschichten. Individuell ausgewählte und gestaltete Räder verbinden die Möglichkeit, in der Stadt elegant auftreten zu können mit den Vorteilen eines unkomplizierten Verkehrsmittels. Im Gegensatz zum Pkw kann man am Leben auf der Straße aktiv teilnehmen, statt hinter den Scheiben seines eigenen Autos davon ausgesperrt zu sein. Ein Halt für ein kurzes Gespräch ist mit dem Rad problemlos möglich und erlaubt spontane Kommunikation im Alltag.

Aus den verschiedensten Gründen gewinnen immer mehr Menschen Gefallen am neuen „cycle chic“. Studenten, junge Erwachsene, Familien und Geschäftsleute, aber auch Politiker und andere Funktionsträger lassen sich auf dem Fahrrad blicken. Die prestigeträchtige Rolle, die heute teure Autos bei uns inne haben, wird zunehmend durch das Fahrrad übernommen.

Eine gute Radinfrastruktur wird erst durch ein positives Image der Nahmobilität richtig genutzt. Die Fahrradnutzung ist zwar von unveränderbaren Faktoren, wie der lokalen Topographie, dem Wetter sowie von der vorhandenen Siedlungsstruktur beeinflusst. Dennoch weisen viele deutsche Städte und Regionen mit ähnlichen räumlichen Bedingungen, unterschiedlich hohe Radverkehrsanteile auf. Dies ist auf das bestehende „Fahrradklima“ zurückzuführen, das in einigen Fällen auf langer Tradition basiert, doch durchaus auch gestaltbar ist. Kampagnen können das Mobilitätsverhalten beeinflussen. Sie sollten sich auf Spaß, Lebensfreude und Fittness durch häufigeres Rad fahren im Alltag konzentrieren.

1.     Noch …

… liegt im Saarland der Radverkehrsanteil weit hinter dem Bundesdurchschnitt. Das Auto hingegen dominiert das Verkehrsgeschehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, und reichen von der Siedlungsstruktur, bewegter Topographie mit engen Tallagen, fehlender Fahrradkultur und lückenhafter Infrastruktur bis hin zu mangelndem politischen Willen, etwas für den Radverkehr zu tun, und – damit zusammenhängend – finanzieller Unterausstattung.

2.     Ziel …

… muss die Erhöhung des Radverkehrsanteils sein. Mancherorts ist dies sicherlich schwierig, in vielen Städten und Gemeinde ist der bundesweite Schnitt mit Ambition und Engagement jedoch gut erreichbar, an etlichen Orten sogar weit mehr.

… muss die Erhöhung der Verkehrssicherheit sein. Diese wesentlich verbesserte Sicherheit muss von den Menschen auch wahrgenommen werden. Es darf nicht deshalb weniger Tote und Verletzte geben, weil weniger Menschen Rad fahren.

… ist die Schaffung eines fahrradfreundlichen Klimas in Politik, Verwaltung und auf den Straßen.

3.     Zur Erreichung dieser Ziele bedarf es …

… einer angemessenen Finanz- und Personalausstattung. Angesichts des großen und seit Jahrzehnten bestehenden Nachholbedarfs sollten per anno 2 % Mittel, die im Landeshaushalt für Verkehr bereitstehen, für den Radverkehr verfügbar gemacht werden. Der Radwegeplan erhält ein eigenes Investitionsprogramm. Ein Fördertopf des Landes für Maßnahmen in den Kommunen hilft diesen unter Beachtung von Qualitätskriterien beim Bau von Infrastruktur. Zusätzlich werden Mittel des Nationalen Radverkehrsplans abgerufen. Professionelle Beratungsstrukturen helfen hierbei.

… der Schaffung einer auf Landesebene angesiedelten Planungsstelle. Sie übernimmt im Auftrag der Kommunen kompetent und mit genügend Kapazität, Radverkehrsplanung. Vor allem kleinere Städte und Gemeinden verfügen nicht über ausreichendes und speziell ausgebildetes Personal zur Planung einer fahrradfreundlichen Infrastruktur.

… in den Kommunen eines mit den Belangen des Radverkehrs befassten Beauftragten, der mit einem angemessenen Zeitbudget für diese Aufgabe ausgestattet ist. Dieser sollte in alle Entscheidungen, die den Radverkehr betreffen, einbezogen werden, am besten bei regelmäßigen Treffen einer AG Fahrrad. Außerdem sollte er für Bürgeranfragen zur Verfügung stehen. Sinnvoll wäre die Mitarbeit in der AG Alltagsradverkehr des Verkehrsministeriums und ein regelmäßiger Besuch von Fortbildungsmaßnahmen zum Radverkehr.

… eines Ausbaus der Infrastruktur. Die vielen Lücken in den lokalen Wegenetzen werden geschlossen. Insbesondere wird bei jeder Fahrbahnerneuerung geprüft, welche Maßnahmen für den Radverkehr umgesetzt werden können. An allen relevanten Zielen des Radverkehrs finden sich gut nutzbare Abstellanlagen. Die Fahrradinfrastruktur muss ebenso gewartet und gepflegt werden wie das restliche Wegenetz (inklusive Winterdienst).

… wirksamer Maßnahmen gegen Regelverletzungen. Dazu zählen insbesondere Geschwindigkeitskontrollen und das Freihalten von Geh- und Radwegen sowie Bushaltestellen von falschgeparkten Fahrzeugen.

… einer großzügigen Förderung der fahrradbezogenen E-Mobilität. Pedelecs und E-Bikes bieten eine große Chance, den Radverkehrsanteil im Saarland zu erhöhen.

4.     Begreifbare Projekte …

… ein Grenzüberschreitender Fahrradweg

Der Großraum Saarbrücken-Völklingen-Forbach ist in der Region die größte Agglomeration mit lebhaftem grenzüberschreitendem Einkaufs- und Berufspendlerverkehr. Leider trägt die Radverkehrsinfrastruktur dem nicht Rechnung. Gerade von Saarbrücken nach Stiring-Wendel/Forbach existiert kein sicherer Radweg; auch die innerstädtischen Wegweiser ignorieren weitgehend die Ziele in Frankreich.

Wir fordern den Ausbau eines sicheren und für alle Radfahrer (inkl. Kinder, Ältere, Unsichere, Lastenfahrräder) geeigneten Radweges durch das Deutschmühlental mit gut befahrbarem Anschluss an den Saar-Radweg, die Erweiterung der Wegweisung um Ziele in Frankreich und die Aufnahme von Verhandlungen über eine Fortführung des Radweges bis nach Forbach.

… Radschnellwege zur Uni

Die Universität des Saarlandes ist einer der größten Arbeitgeber und das Ausbildungszentrum des Landes. Hier studieren Tausende junger Menschen, die später in leitender Funktion oder als Multiplikator tätig sein werden. Obwohl nicht im Tal gelegen, kann die Universität von vielen Mitarbeitern und Studierenden bei entsprechendem Ausbau der Wege gut mit dem Rad erreicht werden. Diese Wege sollten ein schnelles, komfortables und vor allem sicheres Vorwärtskommen erlauben.

… durchgehende Radwege auf der rechten Saarseite

Der Leinpfad auf der linken Saar-Seite ist der touristisch wichtigste Radweg des Saarlandes und wird von sehr vielen Radfahrer*innen auch im Alltag genutzt. Der jetzige Verlauf auf der linken Flussseite ist allerdings, bedingt durch die direkt daneben verlaufende Autobahn, sehr unattraktiv. Wichtig ist deshalb der Ausbau auf der rechten Flussseite in den Bereichen der St. Arnualer Wiese und der ehemaligen Burbacher Hütte. Diese Führung ist weniger verlärmt, bietet schönere Ausblicke und bessere Anbindungen in die Stadt.

… ein Maison de Vélo

Als Aushängeschild für den Willen, das Radfahren zu fördern, als Dienstleistungszentrum rund um das Rad und als Treffpunkt für Radfahrer*innen mit hoher Aufenthaltsqualität sollte in der Landeshauptstadt Saarbrücken ein von der öffentlichen Hand mitfinanziertes Maison de Vélo in möglichst zentraler Lage gegründet werden. Dem kommunikativen Austausch dient ein Café, im Service-Stützpunkt stehen hochwertige Abstellanlagen, Selbst- und professionelle Reparaturmöglichkeiten sowie Beratungsangebote zur Verfügung, gestalterisch bildet das Haus einen Blickfang.

… die Alltagsausschilderung von ruhigen und sicheren Alternativrouten

Die sicherste Wegführung kann man durch vollständige Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr erreichen. Gerade dies ist aber innerorts nur selten möglich, so dass die Fahrradrouten meist auf den Hauptstraßen auf der Fahrbahn geführt werden.

Für unsichere Radfahrer und Kinder fordern wir Alternativrouten durch verkehrsberuhigte Seitenstraße auszuschildern (und auf den Plänen zu vermerken).

… ein besserer Zugang zu Bahnhöfen

Zur Stärkung des Verbundes umweltfreundlicher Verkehrsmittel ist es wichtig, das Fahrrad mit dem ÖPNV kombinieren zu können. Hier bewegt sich z.B. die Bahn in die richtige Richtung (freie Mitnahme im Nahverkehr, Waggons mit ausreichendem Abstellplatz). Leider gibt es bei vielen Bahnhöfen aber nur unzureichende Zugangsmöglichkeiten.

Oft sind die Fahrstühle zu knapp bemessen, insbesondere wenn es sich um spezielle Fahrräder handelt oder Gepäck dabei ist. Wir fordern bessere Zugangsmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen, indem Rampen, ausreichend große Fahrstühle oder wenigstens Schiebehilfen eingebaut werden.

… optimierte Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV

Für viele Fahrten ist es sinnvoll, Fahrrad und ÖPNV zu kombinieren. Diese Verknüpfung kann trotz vieler Fortschritte weiter verbessert werden. In Bussen und Bahnen sollte ausreichend Platz für mitgenommene Fahrräder zu finden sein, die Zeiten der kostenfreien Mitnahme sollten ausgedehnt, Fahrradboxen offensiver vermarktet werden.

Ein Leihradsystem, angesiedelt bei ÖPNV-Unternehmen, nutzbar mit ÖPNV-Fahrschein, würde einen einfachen Zugang zum Fahrrad für Menschen bedeuten, die nicht im Besitz eines Autos sind.

… Fahrradfreundliche Schulen

Verkehrserziehung in den Schulen muss stärker auf das Fahrrad ausgerichtet werden. Für die Wege der Kinder zur Schule soll das Fahrrad verstärkt Berücksichtigung finden. Sicherheit auf den Schulwegen sowie Abstellanlagen in guter Qualität und ausreichender Anzahl sind die Grundvoraussetzungen für die vermehrte Nutzung des Rades für den Schulweg. Fahrradaktionstage, die den Spaß am Radfahren vermitteln, sollten gefördert werden.

… Radverkehrskonzepte für Kommunen

Nur wenige Kommunen im Saarland verfügen über Radverkehrskonzepte oder gar Verkehrsentwicklungspläne. Ohne Konzepte drohen alle einzelnen Maßnahmen nur Stückwerk zu bleiben. An der Umsetzung der Konzepte lässt sich der politische Wille ablesen, den Radverkehr wirklich kontinuierlich und systematisch zu fördern. Die Landesregierung sollte die Erstellung von Radverkehrskonzepten fördern und von deren Vorhandensein die Finanzierung von verkehrlichen Maßnahmen abhängig machen.

… E-Bike-Kommunen

Die Topographie macht das Saarland zu einem klassischen Einsatzgebiet für Pedelecs. Die Förderung des elektrisch unterstützen Radverkehr ist eine wichtige Aufgabe, wenn der Radverkehrsanteil angehoben werden soll. Um größere Reichweiten zu erzielen, sind Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum von großem Nutzen. Ladestationen machen aber nur an Orten Sinn, an denen Radfahrer*innen länger ihr Rad parken und sicher abstellen können. Von besonderer Bedeutung sind sichere Abstellmöglichkeiten für die relativ teuren Fahrräder.

… Infotafeln über Fahrradservice in den Kommunen

Radtouristen und Ortsunkundigen fehlt im Bedarfsfall das Wissen um Hilfsangebote und -möglichkeiten. Wir fordern die Aufstellung von innerörtlichen Infotafeln entlang der Touristischen Routen mit dem Hinweis auf Servicemöglichkeiten und wichtige Adressen.

… Rastplätze an Radwanderwegen

Radtourismus lebt nicht nur von sicheren, autoarmen und komfortablen Radrouten durch schöne Landschaft, sondern sehr stark vom Service, der auf und neben diesen Strecken geboten wird. Anzustreben ist deshalb unter anderem eine hohe Dichte an Rastplätzen von hoher Qualität. Qualitätskriterien hierzu wurden vom ADFC bereits entwickelt. Mit der Prämierung solcher Rastplätze hat das Wirtschaftsministerium im Jahr 2015 einen guten Weg eingeschlagen, der weiterverfolgt werden sollte.

… ein Fahrrad-Festival

Um das Fahrrad noch stärker und positiver ins öffentliche Bewusstsein zu heben, sollte das Land wiederkehrend ein Fahrrad-Festival veranstalten. Insbesondere Familien, Kinder und Jugendliche sollten als Zielgruppe angesprochen werden, der Spaß-Charakter des Radfahrens sollte im Mittelpunkt stehen. Das Festival sollte grenzüberschreitend und bundesweit beworben werden.

… kommunale Webseiten für den Radverkehr

Nur sehr wenige saarländische Städte und Gemeinden bieten auf ihren Internetseiten Informationen zum Radfahren. Vor allem der Alltagsradverkehr bleibt von gelegentlichen Meldungen abgesehen vernachlässigt. Information und Kommunikation zum Radverkehr und für die Bürger*innen ist neben der Infrastruktur und dem Service jedoch die dritte Säule der Radverkehrsförderung.

… die Schließung gefährlicher Lücken im Radverkehrsnetz – Beispiel: Radweg zwischen der Staffel bei St. Ingbert und Heckendalheim

Eine Landstraße, die keinerlei Schutzraum für Radler*innen bietet ist die Flughafenstraße. Die Strecke zwischen dem Wanderparkplatz an der Staffel und der Abzweigung zur Römerstraße bei Heckendalheim wird häufig bei Radausflügen genutzt. Denn es handelt sich um eine kaum zu umgehende Lücke zwischen dem sehr schönen Radnetz Velo visavis, dem Saar-Nahe-Höhenradweg und der Sieben-Weiher-Tour. Auch für den Alltagsradverkehr ist diese Strecke von Bedeutung. Sie verbindet einige Orte des Bliesgaus mit der Universität, St. Ingbert und über das Grumbachtal auch mit der Landeshauptstadt. Der KFZ-Verkehr fährt hier sehr schnell, und oft wird ohne einen ausreichenden Sicherheitsabstand überholt. Daher fordert der ADFC, dass hier mit höchster Priorität ein Rad/Fußweg geschaffen wird mit sicherer Querung der Landstraße.

… ein Maison de Vélo

Als Aushängeschild für den Willen, das Radfahren zu fördern, als Dienstleistungszentrum rund um das Rad und als Treffpunkt für Radfahrer*innen mit hoher Aufenthaltsqualität sollte in der Landeshauptstadt Saarbrücken ein von der öffentlichen Hand mitfinanziertes Maison de Vélo in möglichst zentraler Lage gegründet werden. Dem kommunikativen Austausch dient ein Café, im Service-Stützpunkt stehen hochwertige Abstellanlagen, Selbst- und professionelle Reparaturmöglichkeiten sowie Beratungsangebote zur Verfügung, gestalterisch bildet das Haus einen Blickfang.

… die Alltagsausschilderung von ruhigen und sicheren Alternativrouten

Die sicherste Wegführung kann man durch vollständige Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr erreichen. Gerade dies ist aber innerorts nur selten möglich, so dass die Fahrradrouten meist auf den Hauptstraßen auf der Fahrbahn geführt werden.

Für unsichere Radfahrer und Kinder fordern wir Alternativrouten durch verkehrsberuhigte Seitenstraße auszuschildern (und auf den Plänen zu vermerken).

… ein besserer Zugang zu Bahnhöfen

Zur Stärkung des Verbundes umweltfreundlicher Verkehrsmittel ist es wichtig, das Fahrrad mit dem ÖPNV kombinieren zu können. Hier bewegt sich z.B. die Bahn in die richtige Richtung (freie Mitnahme im Nahverkehr, Waggons mit ausreichendem Abstellplatz). Leider gibt es bei vielen Bahnhöfen aber nur unzureichende Zugangsmöglichkeiten.

Oft sind die Fahrstühle zu knapp bemessen, insbesondere wenn es sich um spezielle Fahrräder handelt oder Gepäck dabei ist. Wir fordern bessere Zugangsmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen, indem Rampen, ausreichend große Fahrstühle oder wenigstens Schiebehilfen eingebaut werden.

… optimierte Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV

Für viele Fahrten ist es sinnvoll, Fahrrad und ÖPNV zu kombinieren. Diese Verknüpfung kann trotz vieler Fortschritte weiter verbessert werden. In Bussen und Bahnen sollte ausreichend Platz für mitgenommene Fahrräder zu finden sein, die Zeiten der kostenfreien Mitnahme sollten ausgedehnt, Fahrradboxen offensiver vermarktet werden.

Ein Leihradsystem, angesiedelt bei ÖPNV-Unternehmen, nutzbar mit ÖPNV-Fahrschein, würde einen einfachen Zugang zum Fahrrad für Menschen bedeuten, die nicht im Besitz eines Autos sind.

… Fahrradfreundliche Schulen

Verkehrserziehung in den Schulen muss stärker auf das Fahrrad ausgerichtet werden. Für die Wege der Kinder zur Schule soll das Fahrrad verstärkt Berücksichtigung finden. Sicherheit auf den Schulwegen sowie Abstellanlagen in guter Qualität und ausreichender Anzahl sind die Grundvoraussetzungen für die vermehrte Nutzung des Rades für den Schulweg. Fahrradaktionstage, die den Spaß am Radfahren vermitteln, sollten gefördert werden.

… Radverkehrskonzepte für Kommunen

Nur wenige Kommunen im Saarland verfügen über Radverkehrskonzepte oder gar Verkehrsentwicklungspläne. Ohne Konzepte drohen alle einzelnen Maßnahmen nur Stückwerk zu bleiben. An der Umsetzung der Konzepte lässt sich der politische Wille ablesen, den Radverkehr wirklich kontinuierlich und systematisch zu fördern. Die Landesregierung sollte die Erstellung von Radverkehrskonzepten fördern und von deren Vorhandensein die Finanzierung von verkehrlichen Maßnahmen abhängig machen.

… E-Bike-Kommunen

Die Topographie macht das Saarland zu einem klassischen Einsatzgebiet für Pedelecs. Die Förderung des elektrisch unterstützen Radverkehr ist eine wichtige Aufgabe, wenn der Radverkehrsanteil angehoben werden soll. Um größere Reichweiten zu erzielen, sind Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum von großem Nutzen. Ladestationen machen aber nur an Orten Sinn, an denen Radfahrer*innen länger ihr Rad parken und sicher abstellen können. Von besonderer Bedeutung sind sichere Abstellmöglichkeiten für die relativ teuren Fahrräder.

… Infotafeln über Fahrradservice in den Kommunen

Radtouristen und Ortsunkundigen fehlt im Bedarfsfall das Wissen um Hilfsangebote und -möglichkeiten. Wir fordern die Aufstellung von innerörtlichen Infotafeln entlang der Touristischen Routen mit dem Hinweis auf Servicemöglichkeiten und wichtige Adressen.

… Rastplätze an Radwanderwegen

Radtourismus lebt nicht nur von sicheren, autoarmen und komfortablen Radrouten durch schöne Landschaft, sondern sehr stark vom Service, der auf und neben diesen Strecken geboten wird. Anzustreben ist deshalb unter anderem eine hohe Dichte an Rastplätzen von hoher Qualität. Qualitätskriterien hierzu wurden vom ADFC bereits entwickelt. Mit der Prämierung solcher Rastplätze hat das Wirtschaftsministerium im Jahr 2015 einen guten Weg eingeschlagen, der weiterverfolgt werden sollte.

… ein Fahrrad-Festival

Um das Fahrrad noch stärker und positiver ins öffentliche Bewusstsein zu heben, sollte das Land wiederkehrend ein Fahrrad-Festival veranstalten. Insbesondere Familien, Kinder und Jugendliche sollten als Zielgruppe angesprochen werden, der Spaß-Charakter des Radfahrens sollte im Mittelpunkt stehen. Das Festival sollte grenzüberschreitend und bundesweit beworben werden.

… kommunale Webseiten für den Radverkehr

Nur sehr wenige saarländische Städte und Gemeinden bieten auf ihren Internetseiten Informationen zum Radfahren. Vor allem der Alltagsradverkehr bleibt von gelegentlichen Meldungen abgesehen vernachlässigt. Information und Kommunikation zum Radverkehr und für die Bürger*innen ist neben der Infrastruktur und dem Service jedoch die dritte Säule der Radverkehrsförderung.

… die Schließung gefährlicher Lücken im Radverkehrsnetz – Beispiel: Radweg zwischen der Staffel bei St. Ingbert und Heckendalheim

Eine Landstraße, die keinerlei Schutzraum für Radler*innen bietet ist die Flughafenstraße. Die Strecke zwischen dem Wanderparkplatz an der Staffel und der Abzweigung zur Römerstraße bei Heckendalheim wird häufig bei Radausflügen genutzt. Denn es handelt sich um eine kaum zu umgehende Lücke zwischen dem sehr schönen Radnetz Velo visavis, dem Saar-Nahe-Höhenradweg und der Sieben-Weiher-Tour. Auch für den Alltagsradverkehr ist diese Strecke von Bedeutung. Sie verbindet einige Orte des Bliesgaus mit der Universität, St. Ingbert und über das Grumbachtal auch mit der Landeshauptstadt. Der KFZ-Verkehr fährt hier sehr schnell, und oft wird ohne einen ausreichenden Sicherheitsabstand überholt. Daher fordert der ADFC, dass hier mit höchster Priorität ein Rad/Fußweg geschaffen wird mit sicherer Querung der Landstraße.