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Große Fahrrad-Demonstration in Saarbrücken

Vorneweg die "Hot Wheels Brass Band (Foto: Renate Reissner)

„Für ein besseres Fahrrad-Klima“ – unter diesem Motto hatte für Samstag ein breites Aktionsbündnis zu einer Fahrrad-Demonstration durch Saarbrücken aufgerufen. Mit ihrem Motto wollten die beteiligten Organisationen auf den Beitrag des Radverkehrs zum Klimaschutz hinweisen und zugleich für ein fahrradfreundlicheres Klima auf den Straßen und in Politik und Verwaltung werben. Wichtigste Forderung des Bündnisses ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer. Dazu sei es vor allem nötig, ein lückenloses Netz an Radwegen zu schaffen, der bisherige Flickenteppich müsse so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig sei es dringend nötig, endlich das Falschparken auf Geh- und Radwegen wirksam und nicht nur punktuell anzugehen. An allen wichtigen Zielen des Radverkehrs müssten gute Abstellanlagen installiert sein, nicht nur, weil immer mehr Menschen mit hochwertigen (Elektro-) Fahrrädern unterwegs seien. Da dies alles nicht zum Nulltarif zu haben sei, brauche ernsthafte Radverkehrsförderung eine ausreichende Finanzierung und es müsse genug qualifiziertes Personal zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben bereitstehen, so Thomas Fläschner (ADFC), Sprecher des Bündnisses.

 Fläschner wies in seiner Rede darauf hin, dass eine Fahrrad-Demonstration in Saarbrücken nötig sei, um den politischen Druck auf die Verantwortlichen aufrechtzuerhalten. Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) sei nun schon fast zwei Jahre alt, auf den Straßen seien aber leider noch nicht allzu viele der guten Inhalte des VEP umgesetzt. Andrea Wurm (BUND) betonte: „Die nicht erreichten Klimaziele, sich immer wieder ereignende Unfälle, zunehmende Bewegungsarmut bei Kindern: all dies sind wichtige Gründe für eine Förderung des Radverkehrs auch und gerade auf lokaler Ebene.“

Das die acht Organisationen ADFC, BUND, Energiewende Saarland, NABU, Naturfreunde, Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland, Transition Town Saarbrücken und VCD umfassende Bündnis wollte aber nicht nur diese verkehrspolitischen Forderungen in die Öffentlichkeit tragen, sondern die acht Kilometer lange Tour durch die Landeshauptstadt auch zu einem Erlebnis für die Teilnehmer werden lassen. So wurde der Demozug musikalisch von der eigens vom Saarbrücker Posaunisten Michael Hupperts zusammengestellten „Hot Wheels Brass Band“ – selbstverständlich auf Fahrrädern – begleitet und diese sorgte von Beginn an für reichlich gute Stimmung unter den Radlern. Die beiden kreativsten Beiträge zur Demonstration wurden mit einem „Drei-Gang-Menü“ und einem Kasten „Radler“, gesponsert vom Fahrradladen Nauwieser 19, prämiert. Die Preisübergabe erfolgte durch Katharina Weigert, Referentin für Nachhaltigkeit des AStA der Uni und zugleich Stadtradel-Star in Saarbrücken. Für die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hatten die Organisatoren ein ganz besonderes Geschenk vorbereitet: eine gigantische Stopfnadel zum Flicken der vielen Löcher im Saarbrücker Radwegenetz. Am Öhr der von ADFC-Mitglied Joachim Kriesamer maßstabsgerecht gebastelten Nadel hing ein dickes Bündeln mit Unterschriften für das Stadtoberhaupt. Vertreter des Bündnisses wollen die Nadel zusammen mit den Unterschriften der Demonstrationsteilnehmer in Kürze an die Oberbürgermeisterin überreichen.

Und schließlich sollte auf der Demonstration die ganze Vielfalt an Fahrrädern, Radfahrerinnen und Radfahrern gezeigt werden. So rollten nicht nur „ganz normale“ Fahrräder mit, sondern in je eigenen Pulks auch jede Menge Lasten- und Liegeräder, Klappräder, Sportmaschinen sowie historische Fahrräder.

Ein ganzes Klapprad-Geschwader war mit am Start (Foto: Rainer Hartz)