ADFC wünscht sich Fahrbahnführung auf Wilhelm-Heinrich-Brücke

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In der neu aufgeflammten Diskussion über die Umgestaltung der Wilhelm-Heinrich-Brücke hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu Wort gemeldet. Er bevorzugt nach den Worten seines Sprechers Thomas Fläschner „nach reiflicher Abwägung“ die von Verkehrsplanern entwickelte und durchgerechnete sowie von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Führung des Radverkehrs auf einer eigenen Spur auf der Fahrbahn.

Zwar seien die Bedenken der CDU durchaus sehr ernst zu nehmen, aber aus mehreren Gründen sei der Plan der Verwaltung vorzuziehen. Als erstes Argument führt der ADFC ins Feld, dass sich die Radfahrer auf der Fahrbahn im Sichtfeld der Autofahrer bewegten, und Sichtbarkeit bedeute immer Sicherheit. Genau in diesem Sinne habe sich vor 2 Jahren auch schon Peter Gwiasda, einer der Autoren der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, sie ist quasi Teil der StVO) in einer Stellungnahme zur Wilhelm-Heinrich-Brücke geäußert. Auf der gesamten Dudweiler Straße, die zur Brücke führe, würde der Radverkehr auf einem Radfahrstreifen problemlos auf der Fahrbahn geführt. Eine solche Führung sei deshalb auch auf der Brücke äußerst sinnvoll, um Auto- wie Radfahrern Klarheit zu signalisieren. „Ständige Wechsel der Radverkehrsinfrastruktur sind hingegen kein sinnvolles Mittel der Radverkehrsförderung“, so Fläschner. Auf den Gehwegen komme es außerdem zu „Raumnutzungskonflikten“ mit dem Fußverkehr und die wolle man eigentlich minimieren, da seien sich sicherlich alle einig. Ein Problem sei, und das habe die CDU richtig benannt, dass nicht wenigen Radfahrern das Befahren einer mehrspurigen Straße unsicher erscheine. Es gebe sichere und schnelle Radfahrer, aber eben auch „eher langsame und unsichere“. Auf beider Bedürfnisse solle und könne man eingehen.

Der ADFC schlägt deshalb vor, auf der Fahrbahn die Spuren abzumarkieren und gleichzeitig wie bisher die breiten Gehwege für Radfahrer freizugeben. Dort gelte allerdings das gerichtlich untermauerte Gebot, „wirklich mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, und das bedeutet mit sechs bis sieben Stundenkilometern“, erläutert Fläschner die Konsequenzen. In einem Punkt widerspricht der ADFC allerdings der CDU klar und deutlich: nicht die vierspurige Brücke sei das Nadelöhr, sondern die nur zweispurigen Zu- und Abfahrten (insbesondere der Rückstau aus der Betzenstraße).